Mo

03

Mär

2014

Da wo die einz'gen Rosen blüh'n...

                 Karibu in meiner großen verrückten Welt
Karibu in meiner großen verrückten Welt

Tollemogei!!

Lang, lang ist's her, dass ihr meinen afrikanischen Geschichten lauschen durftet. Doch heute ist es wieder soweit. News aus Tanzania - live and uncut! Und das am Rosenmontag! Tollemogei!!

Viele und vieles hier macht es einem nicht leicht, vor allem als weiße Frau. Doch egal ob Ärger, Frust, Unverständnis oder Einsamkeit meine Arbeit macht alles wieder wett. Daran kann ich mich festhalten, das macht mich glücklich - vor allem in Kombination mit Chapati (Art Pfannkuchen, nur aus Mehl, Wasser und Salz zubereitet, aber mjammjammjam), Kreuzworträtseln und der musikalischen Untermalung der auf mich psychedelisch wirkenden Band the Eels. Meine Arbeit hier, meine 121 Kinder, machen mich glücklich, trotz Enttäuschungen, die zwangsläufig immer wieder auftreten.

Tolleemogeeeeeeeiiiiii....!!!
Tolleemogeeeeeeeiiiiii....!!!

Doch nun möchte ich doch einmal das Geheimnis lüften, was die kleine Sophia da zusammen mit ihren Kids anstellt, ausheckt, was sie vor hat, wie sie das anstellen möchte und warum überhaupt.


Ich arbeite an einem katholischen Kindergarten (allerdings hat das keinen direkten Einfluss auf unsere Kinder, alle, egal welcher Religion zugehörig, sind bei uns
herzlich willkommen) in Sanya Station, der Massai-Steppe zu Boma N'gombe gehörig ("n'gombe" bedeutet Rind, Rinder), in der Nähe Moshis ("moshi" Kiswahili für Staub, Rauch), also in der Region Kilimanjaro, welchen ich fast jeden Tag morgens auf meinem 10m (!) weiten Schulweg bewundern kann.

Da mein eigentliches Projekt in der Nähe Bukobas am Victoriasee aus bereits erwähnten Gründen gescheitert ist, war ich danach innerhalb meiner Projektsuche an vielen Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern u.Ä. zu Besuch. Daher und durch das Gespräch mit einigen anderen erfahrenen Leuten Tansanias, weiß ich, dass das Unterrichtsschema an nahezu allen Schulen Tansanias gleich oder zumindest ähnlich abläuft:

 

 

 

Der Lehrer sagt etwas - die Schüler wiederholen Gesagtes 2-30x, der Lehrer schreibt etwas an die Tafel - die Schüler schreiben dies (oder versuchen es zumindest) auf ihre kleinen Schultafeln oder in ihr Heft ab. Was wir von Kindern gewöhnt sind, nämlich von ihnen bis zur Verzweiflung mit Fragen gelöchert zu werden, existiert hier genausowenig wie richtiges Brot oder Käse. Man stellt keine Fragen. Alles ist eben wie es ist. Dies beeinhaltet Folgen, welche vermutlich die gesamte Entwicklung der Kinder beeinflusst. Im Kindergartenalter (also von etwa 3-6 Jahren) wird eine ganze Entwicklungsphase oder -stufe völlig außer Acht gelassen. Die Zeit in der Kinder meiner Meinung nach auf andere Art und Weise "lernen" sollten. Denn "lernen" ist doch nicht gleichzusetzen mit "wissen". Traurigerweise gehen selbst wir in Europa oder insbesondere in Deutschland diesem Trend nach. "Frühförderung" - so nennen wir das. Die bereits 2-jährigen auf die zukünftige Karriere als Ingenieur, Arzt oder Richter vorbereiten?! - wohl kaum (erst recht nicht hier!!). Im Gegenteil, ich denke, dass dem Kind dadurch in seiner späteren Entwicklung einige Eigenschaften, (Denk-)Perspektiven oder Fähigkeiten abgehen werden. Den Kindern in Tansania fehlt oft völlig der Zusammenhang, soll heißen, meist wissen sie weder was sie gerade tun oder gar wozu.


Auch ich habe im Kindergarten damals "nur" gespielt. Lesen, Schreiben und Rechnen kann ich inzwischen trotzdem ganz gut. Sollte es nicht vielmehr um die emotionale, geistige und kognitive Entwicklung der Kinder gehen?


Sollte man nicht eher versuchen erzieherisch und spielerisch Eigenschaften wie verschiedene emotionale Kräfte (z.B. Vertrauen und Selbstbewusstsein), Neugier, Kreativität, Konzentration oder einen sensiblen Umgang mit seinen Mitmenschen zu fördern und vermitteln?


Meiner Meinung nach - ja. Und genau deshalb komme auch ich hier ins Spiel. Meiner Ansicht nach kann ein Kind mit drei Jahren gar nicht verstehen, dass zwei plus drei fünf sein soll.


Aus diesem Grund bin ich jetzt seit einigen Monaten dabei den Kindergarten kindgerechter zu gestalten. Aus Deutschland habe ich insgesamt über 80kg Spiel-, Mal- und Bastelsachen mitgenommen - großteils aus Spenden - ein unendliches Dankeschön an diesem Punkt nochmal an alle Privatpersonen, Firmen und Banken.

Wir malen und zeichnen nun gemeinsam (für die meisten Kinder war das das erste Mal), Kunstwerke, welche wir dann im Klassenzimmer aufhängen, spielen Fußball (Grün gegen Rot - klar dass ich für die Roten spiel') und etliche andere kleine Gruppenspiele, haben gemeinsam Gemüse und Obst angebaut (um den Kindern zu vermitteln, dass es selbst bei den schlechten Vorraussetzungen einer Steppe mit Hilfe der richtigen Pflege und Hege möglich ist verschiedenste Lebensmittel anzubauen), die Kinder waschen sich inzwischen nach dem Klo-gehen und vor dem gemeinsamen Mittagessen die Hände (!!!) und danach wird gemeinsam Zähne geputzt (dies lag mir besonders am Herzen, denn traurigerweise haben hier nämlich, entgegen aller Gerüchte, viele Kinder bereits schwarze Zähne sobald ihre zweiten gerade erst rausspitzen), wir singen, tanzen und lachen zusammen. Es soll um die Kombination aus Erziehung, Spiel und Spaß gehen. Ich bin der einzige "Mzungu" (bedeutet soviel wie Europäer oder Weißer) in meinem Dorf, wo es heißes Bier, Salz und Mangos zu kaufen gibt, wohne zusammen mit den beiden anderen Lehrinnen und deren Sohn und Neffen im Lehrer-Haus.

Einkaufen im Bus - es gibt fast alles.
Einkaufen im Bus - es gibt fast alles.

Die jüngere Lehrerin kann ein wenig Englisch, ansonsten spricht hier jeder Kiswahili. Ich liebe es hier, die Liste der Dinge, die ich hier lernen kann, ist scheinbar endlos. Sei es die tansanische, afrikanische Kultur, die ich hier zu 100% miterleben darf (eben gerade weil ich hier im Nirvana wohne) und jeden Tag wieder etwas Neues rausfinden oder Hintergründe, das "Warum" verstehen lerne.


Seien es die tiefsten Abgründe meiner Selbst, so dass auch ich mich besser kennenlernen kann. Oder auch Essentielles für mein weiteres Leben, Erfahrungen, neue Perspektiven und Meinungen.

Der nächste Laden etwa 3km weiter. Die 14-jährige Neema verkauft dort und passt auf ihre drei kleineren Geschwister auf.
Der nächste Laden etwa 3km weiter. Die 14-jährige Neema verkauft dort und passt auf ihre drei kleineren Geschwister auf.
Wir könnten das SO machen...
Wir könnten das SO machen...

Wissenszuwachs, Erkenntnis, Aha-Erlebnisse, wundervolle Disskussionen und Gespräche, Beobachtungen, Gedankenkonstrukte, Bilder und Filmchen in meinem Kopf, Farben, Fantasien, uuuuuuhuuuuuhuuuuuuuu... :O Freunde und "Freunde", Ausblicke - raus in die Welt und in mich hinein, Einsamkeit, arbeitswütige Sophia, die niemals Urlaub nimmt,  Belästigungen, Gerüche, (zu viel - unvorangekündigten) Körperkontakt, geballte andersartige Kultur, vollkommen andere Denkweisen, Vergleiche, Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Feiern bis der Arzt kommt (den man hier besser nicht braucht) oder weinend unter'm Kissen liegend, den ganzen Tag Wäsche waschen, weil die Wäscheleine mal wieder gerissen ist (ein 3-faches Hip-Hip-Hurra auf die Waschmaschine!!!) oder das Erlernen des Nichts-Tuns (unerlässlich!), eine 3Tonnen-Geduld-Flatrate pro Woche, überquellendes Testosteron der Tansanier, Behinderungen, Bananenbier, Weißen-Mythen (Sex mit einer weißen Frau hilft gegen Aids und den Sündenerlass, was will man mehr?!), DalaDalas, Aids, Albinos, Teufelsaustreibungen, Tod, Musik & Tanz, Hochzeiten, Religionen oder Bekenntnislosigkeit, Sitten & Bräuche, Über-sich-hinauswachsen, Politik, Rülpsen, Schmatzen, Furzen, Stehklos, Ekel, Ratten, Die-Super-Touris, Korruption, Bier nach bayerischen Reinheitsgebot für 1€ :-), Nicht-Existenz von Autorität, allerdings stark ausgeprägte Hierarchien, Weißen-VIPs,... und noch vieles vieles mehr...

mit Tom, Mama Lorenz und Lorenz
mit Tom, Mama Lorenz und Lorenz

 

 



...doch am wichtigsten ist wohl mein magic-TELESKOP mit dem ich in andere Welten reise, in meine kleine Welt, die eigentlich doch sehr groß ist, weil es sooo viel zu sehen, sooo viel zu entdecken gibt... achja KARIBU...
Ich denke ich werde als die gleiche Sophia zurück kommen, nur klüger, dankbarer, erfahrener, erwachsener, selbstständiger, reifer, aber gleichzeitig kindlicher, glücklicher, lebensfroher und verrückter...

 

Wie ich es vermissen werde hinten auf dem Pick-up mitzufahren.
Wie ich es vermissen werde hinten auf dem Pick-up mitzufahren.
Gaudi :D
Gaudi :D

Verändern werd ich hier nichts können... Und mit der Erwartung darf man denke ich auch nicht herkommen. Aber ich gebe meinen Kindern für 1 Jahr ganz viel Liebe... <3 - ehrliche Liebe. Auch körperliche Liebe, die sie von daheim im Normalfall nicht gewöhnt sind. Ich mach alles mit und die Kinder haben erstaunlich schnell festgestellt, dass auch ich kitzlig bin... Und Spaß, ein Jahr unendlich viel Spaß, Lachen, Unfug, Unterricht boykottieren, Freizeit, die Kindheit feiern und leben, 1x Rosenmontag erleben und 36563x "Tollemogei" schreien... und wenn auch nur 5 Kinder vielleicht mal ihren Kindern Zahnbürsten kaufen oder sich merken nach dem Toilettengang die Hände zu waschen, wie man hier Lebensmittel anbaut oder sich bewusst darüber bleiben, was für wertvolle, individuelle und von Sophia geliebte Menschen sie sind und dass auch sie versuchen diesen Lkw voll Liebe an ihre Mitmenschen zu verteilen ;-) Free Hugs unso (alles andere hab ich ja oben schon erläutert ;-))<3 <3

blumige Grüße :)
blumige Grüße :)

Und natürlich will nicht nur ich von deren Kultur lernen und erfahren, sondern möchte auch gerne einen Austausch betreiben. Ich zeige den Kindern Fotos von meiner Heimat, Bayern, dem goldenen Markt (der nicht mehr ganz so glänzt seit ich nicht mehr da bin - hab ich mir sagen lassen <3).

 

Unsere Kinder (und inzwischen auch ich) tragen weiß-blaue Schuluniformen, wir spielen regelmäßig "Reise nach Jerusalem", nur dass es bei uns "Safari ya Geisenhausen" heißt, das "Fliagaliad" beherrschen meine Kinder besser als so manche bayerische Einheimische, und nicht zuletzt fanden sie meinen "Rüüüüü...schal" überaus stillvoll, doch dieses heimatverbindende Accessoire wird zuverlässig in Ehren gehalten! (Tollemogei und nochmal vielen Dank an Flo und Thomas an dieser Stelle!)

 

Bussi & Kussi

Bis zum nächsten Mal

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So

20

Okt

2013

Wie es weiter ging...

Auch ich hab nun die Richtung gewechselt,...
Auch ich hab nun die Richtung gewechselt,...

Now it changed "a weng"

 

Hey meine Lieben,

 

endlich hört ihr mal wieder was von mir und es ist wieder so einiges passiert...

 

Bis Ende August haben wir nach wie vor in Bukoba gewohnt, entweder bei Jambo Bukoba oder aber bei Philipp (einem artefact-Freiwilligen), der uns netterweise Unterschlupf gewährte.

5:30 Uhr - Bukoba, Sicht auf den Victoriasee
5:30 Uhr - Bukoba, Sicht auf den Victoriasee

Doch für mich konnte das nicht so weitergehen, das wurde mir alles zu viel - immer wieder abwarten, immer wieder vertröstet werden, immer wieder Enttäuschung erfahren, weil die von Kassambya selbst gesetzten Fristen, wann das Haus fertig zum Einzug sein sollte, einfach so verstrichen...

Die kleine Sophia wurde dabei immer mehr zur Hausfee. - Für die Jungs war das vermutlich ganz bequem (einmal war ich tatsächlich so blöd ihnen auch noch die Wäsche zu waschen - und klar: mit Waschmaschine ist hier nicht). Aber irgendwann fiel mir dann die Decke auf den Kopf - und das mit voller Wucht...

Das war nicht das, was ich mir erhofft hatte. Ich bin hier um zu arbeiten, ich habe mir soo viele schöne Dinge ausgemalt, habe nach wie vor etliche Pläne und Visionen (ganz unabhängig davon, was davon ich tatsächlich so umsetzen kann)...

Hätten Kons und ich das kommen sehen, hätten wir vllt. anders auf das Ganze reagieren können, die Zeit sinnvoller verbringen können. Aber Kons war und ist sowieso immer um einiges entspannter als ich.

Fischer am Victoriasee
Fischer am Victoriasee
Wanderung zum Wasserfall bei Kamachumu
Wanderung zum Wasserfall bei Kamachumu

Ich musste da jetzt raus , ich bin in Afrika - im wunderschönen Tansania - das will ich auch spüren können, ich will die Landschaft bestaunen, die Menschen und deren Kultur kennen- und verstehen lernen.

Um den Kopf freizubekommen unternahm ich zwei Wanderungen, wo ich Land (!) und das Leben der Leute zu sehen bekam. So gut das tat, half es aber leider auch nur kurzfristig.

Immer wieder fuhren wir auch nach Kassambya, um nach dem Haus, das für uns rennoviert werden sollte zu sehen, den Beteiligten Druck zu machen und sie immer wieder zu animieren. Doch jeder Besuch war immer wieder ernüchternd,... es ging nichts voran und ich glaubte schon lang nicht mehr daran, dass das noch was werden sollte...

Sicht zum Kilimanjaro von Boma
Sicht zum Kilimanjaro von Boma

Da ich einen Bekannten aus meinem Ort habe (ALFRED MÜHLBAUER), der in Boma und Moshi-Kibosho (Kilimanjaro Region) schon so einiges geleistet hat und daher nur großgeschrieben werden kann!!, konnte ich mir nun aber doch weiterhelfen.

Bevor es für mich nach Tansania ging, traf ich mich ein paar Mal mit Alfred, der gab mir unter Anderem die Nummer von einem Freund dort (aber auch tausend verschiedene Tipps, Ratschläge und weitere Einblicke in die tansanische Kultur). Sollte es bei mir zu Problemen kommen oder ich aber einfach mal in die Gegend käme, könnte ich Tom (Mahoo) problemlos kontaktieren.

Und genau das hab ich dann einfach mal gemacht. Tom machte einen wahnsinnig netten Eindruck, freute sich schon total mich kennenzulernen und mich ein wenig herumzuführen. So startete ich gleich am nächsten Morgen (31. August) und fuhr 18h lang mit dem Bus nach Arusha, übernachtete dort und fuhr am nächsten Tag weiter nach Boma. Am Standy (Bushaltestelle) wurde ich dann von Tom abgeholt, wo wir uns aber erst nach ein paar zögernden Blickwechseln erkannten , da wir uns beide gegenseitig älter eingeschätzt hätten (Tom ist erst 31).

Sonnenuntergang in Sanya Station, bei Boma
Sonnenuntergang in Sanya Station, bei Boma
Ein Sprung ins Paradies...
Ein Sprung ins Paradies...

 

Diese eine Woche, die ich in Boma, Moshi und Kibosho erlebt habe, war soo intensiv, so informativ und aufregend, das ich mein Herz dort fast verloren hätte. Ich war dort 2 Tage in einer Vorschule, im Krankenhaus, im Kindergarten, der Primary und Secondary School, hab wahnsinnig viele Leute kennengelernt (und auf diese Weise ganz viel über die tansanische Kultur erfahren), Tom hat mir gezeigt, was hier alles durch die Hilfe von Leuten aus unserem Goldenen Markt Geisenhausenermöglicht wurde. Allen voraus eben Alfred (aber auch nicht zu vergessen der Familie Zeiler und Barbara Wohanka). Er hat hier etliche Stromleitungen gebaut, vielen Häusern einen Zugang zu fließend Wasser ermöglicht, dabei geholfen eine weitere Schule, einen Kindergarten und eine Kirche zu bauen,... das alles hat mir Tom auch gezeigt. Ich hab wahnsinnig nette und engagierte Leute von AKO kennengelernt, Tom hat mich seinen Eltern und seiner Familie vorgestellt, wir waren bei Lehrern und bei einem Pater zu Besuch,... Wir waren in einem Massai-Dorf (auch dort hat Alfred für einen nahen Wasserzugang gesorgt), dort wurde ich dann sofort dementsprechend gekleidet und bekam das Massai-Outfit sogar geschenkt. Außerdem lernten wir noch einen Engländer und einen Amerikaner kennen, welche dort ein Projekt betrieben, bei dem sie den Tansaniern effektivere Anbaumöglichkeiten beibringen wollen.

Und last but not least waren wir noch im Paradies - in einer Oase im sonst so trockenen Boma - eine von Palmen umringte, klare und warme Wasserstelle - einfach atemberaubend schön. So kann man sich vorstellen von da wollte ich eigentlich gar nicht wieder weg,...

Philipp, ich, Luca und Kons.
Philipp, ich, Luca und Kons.

Doch dann erfuhr ich, dass unser Crash-Sprachkurs nun schon am Montag, dem 09. September beginnen sollte, sodass ich also wieder zurückfahren musste. Aber zumindest hatte ich jetzt so einige Projekte in Aussicht gestellt, welche eine Alternative zu Kassambya darstellen würden. Noch dazu wäre es Kons und mir sogar möglich dort kostenlos unterzukommen.

Der Sprachkurs, der wie schon das Einführungsseminar von Basti geleitet wurde, war recht gut. Nun hatten wir auch den entsprechenden Überblick über die ganze Grammatik kompakt zusammengefasst, was wir daraus machen und wie intensiv wir versuchen wollen Kiswahili zu lernen, bleibt natürlich dann jedem selbst überlassen.

Auch wenn es natürlich schön war, wieder Zeit mit den anderen Freiwilligen zu verbringen, (wir waren gemeinsam auf einer Hochzeit eingeladen und haben Cheryl (Freiwillige aus London) bei einem Projekt geholfen ) zog es mich wieder zurück nach Boma, Kibosho...

Im Kindergarten in Kibosho
Im Kindergarten in Kibosho

Erneut in Kassambya besprach ich mit dem Vice Head Master, dass das wichtigste für mich nun eigentlich eine verlässliche Aussage ist, wann wir TATSÄCHLICH in das Haus einziehen können. Sollte das Haus kurzfristig fertiggestellt sein (woran eigentlich keiner wirklich glaubte) würde ich natürlich doch dableiben und das abwarten. Sollte das 1, 2 Monate in Anspruch nehmen würde ich erst in Boma oder Kibosho arbeiten und dann wieder nach Bukoba bzw. Kassambya zurückkehren. Sollte das aber vllt. 4 Monate oder länger dauern, dann hab ich kein wirkliches Interesse mehr an Kassambya. Denn wenn ich dann so lange Zeit in einem anderen Projekt tätig bin will ich das auch nicht einfach wieder fallen lassen und ganz von vorne beginnen müssen. Trotz dieser Ansage, meinte der Vice, dass das Haus ganz sicher am Sonntag fertig sein werde und es daher für mich keinen Grund gäbe weiterweg zu fahren. In Absprache mit Gonza und Ingo ließ ich mir aber das Okay geben dennoch zu gehen.

Am Freitag (20. September) wieder in Boma bei Tom angekommen, half ich erst ein wenig in Kibosho bei verschiedenen Aufgaben im Kindergarten, der Primary School oder im Krankenhaus mit.

Sophia als Massai im Massai-Dorf
Sophia als Massai im Massai-Dorf

Einziges Problem war nun - ich musste eine Entscheidung treffen  (schon allein wegen den Visaunterlagen),... - bleib ich mein Jahr hier oder geh ich zurück nach Bukoba?

Kassambya stand allerdings nicht mehr zur Debatte - es hatte sich herausgestellt, dass die Schule selbst zwar nicht so viel dafür konnte, aber die DEO (District Education Officer) das Geld, was für die Renovierung gedacht war einfach selbst eingesteckt hat, sodass Kassambya schlicht die finanziellen Mittel fehlten um das Haus fertigzustellen. Und da man hier in Tansania keine hierarchisch höher stehenden Personen anprangert, sagte uns niemand was davon. Ich müsste dort also nach einer anderen Schule suchen, was aber nicht das große Ding wäre, da nimmt einen jeder mit Handkuss.

Ich ging nochmal alle verschiedenen Möglichkeiten durch, war ständig hin und hergerissen, wusste nicht was ich wollte, was für mich das Richtige wäre. Denn in Bukoba hatte ich die anderen Freiwilligen, jemanden zum reden, jemanden der einen verstehen und in den Arm nehmen kann wenn man mal traurig ist oder Heimweh hat,... hier hatte ich Kultur pur, ein tolles Projekt und zuverlässige Leute, die dahinter stehen.

Nach langem Prozedere entschloss ich mich dann dazu hierzubleiben, Junior zu heiraten und vielleicht sogar ganz sässig zu werden - das auf dem Bild ist unser Haus.

Nein ok, nicht ganz. Aber ja, ich bleib hier und arbeite nun mein ganzes Jahr im Kindergarten in Sanya Station der Familie Zeiler.

Das kann doch nun wirklich kein Zufall sein, dass ich selbst hier in Tansania wieder in die "Heimat" finde!

Alle Wege führen zum Goldenen Markt!! <3

Seit dem 30. September bin ich nun dort und konnte schon am Donnerstag drauf in das Teacher-House einziehen, wo ich seitdem gemeinsam mit den anderen beiden Lehrern und Samson wohne. Die Arbeit dort ist richtig toll, die anderen Lehrer nett, die Schüler zum Abknutschen,...

1000 verschiedene Spiele (u.A. "Safari ya Geisenhausen" J), neue Bälle, Seile, Luftballons und CO - die Kinder sind überglücklich und sogar der Englisch-Unterricht macht jetzt doppelt so viel Spaß! Einzig die Hitze dort macht mir ein wenig zu schaffen. Aber gut, man gewöhnt sich an alles ;) Ich wohne dort praktisch neben oder eigentlich in der Massai-Steppe, weshalb auch die Hälfte der 100 Kinder (kann inzwischen schon mindestens die Hälfte der Namen ;-)), Massais sind.

Ich werd mich nun hier ein wenig einrichten, den Kindern viele Farben und Bastelzeugs kaufen und mit ihnen eine Choreografie zum Wakawaka-Song einstudieren,... - achja die Schuluniform ist übrigens weiß-blau - sehr weise von Frau Zeiler ausgewählt :)

Mit Lorence beim Rutschen :-)
Mit Lorence beim Rutschen :-)
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Do

22

Aug

2013

Erste Eindrücke...

Entschuldigung erstmal, dass ich erst jetzt von mir hören lasse. Das lag daran, dass ich entweder unterwegs war oder in Kassambya, Missenyi, unserer Einsatzstelle, wo es nun doch keinen Internetempfang gibt. Deshalb hat es sich bisher als etwas schwierig herausgestellt, mich zu melden.

Zwischenlandung in Dubai
Zwischenlandung in Dubai
Kons und ich auf dem Hoteldach in Dar es Salaam
Kons und ich auf dem Hoteldach in Dar es Salaam

Ich muss zugeben noch immer fühlt sich alles ein wenig unecht an, ich kann noch immer nicht begreifen, dass ich nun tatsächlich für ein Jahr gemeinsam mit Konstantin im wunderschönen Tansania zu Hause bin. Das mag womöglich aber auch daran liegen, dass wir noch immer keine richtige Unterkunft haben, weil es Probleme mit unserem Haus gab, bzw. weil der Besitzer dieses einfach anderen Besuchern zur Verfügung gestellt hat, obwohl es ja eigentlich uns zugesichert wurde.

Dennoch ist alles sehr aufregend, interessant, neu und einfach anders. Die ersten Tage nach unserer Ankunft am Mittwoch, den 07.08., in Dar es Salaam haben wir nach der laaaangen Busfahrt erstmal in Bukoba verbracht. Eigentlich meinten alle, dass wir die ganzen 30h gespannt im Bus sitzen und aus dem Fenster schauen, stattdessen haben wir wohl geschätzte 25h geschlafen und nicht so wahnsinnig viel von der Fahrt mitbekommen. J Viele haben sogar die Polizeieskorte + bewaffneten Polizist bei uns im Bus, das panische Umfahren der Straßensperre und die angespannte Stimmung unter dem Fahrgästen verschlafen. Dies hat den Hintergrund, dass an dieser Stelle in letzter Zeit viele Raubüberfälle stattgefunden haben. Aber ist ja alles gut gegangen.

Zusammen mit Baraka ( = Segen) bei Basti daheim
Zusammen mit Baraka ( = Segen) bei Basti daheim

Basti, ehemaliger Freiwilliger von Artefact, der aber inzwischen schon drei Jahre in Tansania lebt, hat für uns Freiwillige ein Art Einführungsseminar vorbereitet. Neben ersten wichtigen Floskeln und der ausführlichen Begrüßung auf Suaheli, gab er uns auch zahlreiche Ratschläge, Tipps und viele Einblicke in die tansanische Kultur. Das war wirklich wahnsinnig wichtig, unabhängig davon, dass es so oder so essentiell ist, sich ausführlich mit einer anderen Kultur auseinanderzusetzen, um sie verstehen zu können, gab es uns zum einen Halt und wir fühlten uns einfach sicherer, weil wir auf viele Dinge dann schon ein wenig vorbereitet waren. Zum anderen wurden wir
vorgewarnt, welches Verhalten von unserer Seite aus, welche Signale auslösen
würde und warum. Denn Tansanier werden uns nicht sagen, wenn wir etwas falsch
machen. Überhaupt wird mit allem Negativen und Unangenehmen etwas anders
umgegangen als bei uns. So können wir also nun schwierigen Situationen aus dem
Weg gehen, welche wir vermutlich gar nicht als solche erkannt hätten.

Ich bin gut in Tansania und am Montag auch endlich im District Missenyi angekommen. Wie ihr euch denken könnt, war ich einfach total überwältigt, euphorisch und auch nervös. Doch leider lief von da an nicht alles so wie es hätte laufen sollen... Die ersten paar Tage lag ich erstmal flach - mit allen unangenehmen Symptomen, die einem so einfallen und war deswegen zusammen mit dem Vice Head Master im Bunazi Health Centre (bei dem Fußweg von 5min musste ich 3x eine Pause einlegen, weil es mir so schlecht ging) - Gott sei‘ Dank aber kein Malaria!

Blick von Bastis Terasse
Blick von Bastis Terasse

Dass das Golfhaus für uns nicht mehr in Frage kommt, wurde uns anfangs auch nicht gesagt, stattdessen erzählte man uns jeden Tag etwas anderes, um uns irgendwie hinzuhalten. Allerdings darf man das den Tansaniern wohl nicht übel nehmen, da schlechte Nachrichten ganz einfach möglichst keine Erwähnung finden. So bekam ich auf jede SMS in Sekundenschnelle eine Antwort, außer es bezog sich auf die Problematik unserer Unterkunft oder anderes, was irgendwelche Unannehmlichkeiten beinhalten könnte, diese wurden ganz einfach dezent ignoriert. J

 

Wir kamen am Montag in Bunazi, Missenyi an und mussten uns erst mal bei mehreren wichtigen Personen vorstellen, angefangen beim District Education Officer und dem District Education Director, dem „Bürgermeister“, dem Head- und dem Vice Head Teacher, den ganzen Lehrern und dem Schulkomitee.

Auch die Kinder freuten sich über unser Kommen, belagern täglich "unser Haus" und wollen alle mal Haut und Haare antatschen. Die zwei kleinen vor mir sind übrigens Maryin und Mike - Kinder der Familien, wo wir untergebracht waren.
Auch die Kinder freuten sich über unser Kommen, belagern täglich "unser Haus" und wollen alle mal Haut und Haare antatschen. Die zwei kleinen vor mir sind übrigens Maryin und Mike - Kinder der Familien, wo wir untergebracht waren.
Noch gesund und nichtsahnend im Hotel.
Noch gesund und nichtsahnend im Hotel.

Anfangs hieß es, dass unser Haus noch geputzt werden müsse und wir erstmal eine Nacht im Hotel übernachten sollten. Alles gut, nur leider ging das von da an jeden Tag so. Das Haus war noch mit irgendeinem „stuff occupied“, der Head Master sollte das noch absegnen, dann gibt’s da doch Probleme mit dem Haus, sie suchen ein Neues, dann muss dieses wieder mal noch für uns vorbereitet oder vom Schulkomitee begutachtet werden usw. Nach zwei Nächten im Hotel wurden wir dann jeweils beim Vice und dessen Nachbarin, auch einer Lehrerin an der Kassambya Primary School, untergebracht (mal ein Leben ohne fließend Wasser, wirkliches Klo oder Küche,...). So ging das dann einige Tage. Letzten Freitag hieß es dann wir könnten am Samstag in unser Haus umziehen, allerdings wollten wir da nach Bukoba fahren, um die anderen Freiwilligen zu besuchen, wovon der Vice auch wusste. Am Montagmorgen, als wir zurückkamen, hieß es dann wir sollen uns unser (Alternativ-)Haus mal ansehen und sagen, ob es uns gefällt. Voller Vorfreude gingen wir gleich rüber, allerdings standen wir dann vor einem Haus, das bestimmt schon mindestens 10 Jahre leer steht und mehr nach Bruchbude aussieht,… Außerdem hätten wir hier auch nach Renovierung, weder fließend Wasser, Dusche, Klo oder eine Kochstelle.
Dennoch vereinbarten wir dann, statt mit den Kindern zu arbeiten, erstmal unsere
Unterkunft zu renovieren.

Zusammen mit dem Sohn einer Kellnerin Aiva.
Zusammen mit dem Sohn einer Kellnerin Aiva.

 

 

Während all‘ dem versuchte ich auch Ingo, unseren Ansprechpartner, Mentor, Chef und Organisator vom ASC, auf dem Laufenden zu halten. Das hat vor allem mir seehr geholfen, da ich mich - im Gegensatz zu Konstantin, der immer die Ruhe selbst ist – ein wenig überfordert gefühlt habe und ich mich noch nicht daran gewöhnt hab, dass man nicht alles für bare Münze nehmen kann, was einem gesagt wird. Ingo hat es dann geschafft, dass ich wieder vollkommen zuversichtlich und entspannt an die Sache rangegangen bin! Am Montag hat dann Gonza (Gonzaga Stephen), unser Mentor vor Ort, noch die anderen Freiwilligen dazu animiert uns beim Renovieren zu helfen. Allerdings änderte sich unser Plan im Laufe des Abends, als wir nochmal alles durchgesprochen und vor allem den schriftlichen Vertrag bzgl. unserer Unterkunft von Ingo geschickt bekommen haben.

So kam es also, dass Konstantin und ich, gemeinsam mit Gonza und Luca nach Missenyi, Bunazi gefahren sind, um uns mit dem District Education Officer zu treffen. Diese wirkte sehr verständnisvoll und versprach uns sie würde das mit dem District Education Director klären, welche aber gerade noch in einem Meeting steckte. Sie würde sich dann telefonisch bei uns melden sobald es etwas Neues gäbe. Gonza wollte dann eigentlich gleich wieder zurückdüsen, aber Kons und ich brauchten noch ein paar von unseren Sachen und sind deshalb nochmal Richtung Kassambya gefahren. Dort trafen wir dann auf den Vice Head Master, welcher uns gleich zu einem weiteren Meeting mit dem Schulkomitee mitnehmen wollte. Dort wurde uns dann mitgeteilt, dass uns das Haus, welches sie eigentlich renovieren wollten nicht mehr zur Verfügung steht, da daraus ein weiteres Gebäude der Schule werden soll. In dem Moment musste ich soo lachen, weil das Ganze aus meiner europäisch geprägten Sicht schon fast ironisch war. Na gut, dass wir nicht mit der ganzen Truppe zum rennovieren angekommen sind. Aber sie zeigten uns prompt ein weiteres Haus, bei dem man mit der Renovierung zumindest nicht ganz von Null anfangen müsste. Nach längerer Diskussion einigten wir uns dann darauf, dass das Haus renoviert wird und wir in der Zeit, wo das gröbste gemacht werden muss, in Bukoba (bei Jambo Bukoba und bei Philipp) wohnen. Nach einer Woche will sich der Vice bei mir melden und Bescheid sagen, ob das Haus dann zumindest in so einem Zustand ist, dass wir einziehen können. Bei allem weiteren können wir natürlich mithelfen. Aber ich hoffe einfach, dass wir bald anfangen können mit den Kindern zu arbeiten. Schließlich sind fast 10kg von meinem 30kg Gepäck nur für die Kinder gedacht! J

 

Yo, wir schaffen das!
Yo, wir schaffen das!

 

 

 

Ich denke wir müssen jetzt einfach abwarten. Ein Gutes hat das alles ja, denn auf diese Weise haben wir schon wahnsinnig viel von der tansanischen Kultur und ihrem Alltag mitbekommen, gerade weil wir ins kalte Wasser geworfen wurden haben wir vermutlich am meisten dabei gelernt. Außerdem wurde ich ja von zwei Seiten unterstützt, zum einen durch Kons, der Ruhepol von uns beiden, zum anderen durch Ingo, der mir wieder die nötige Gelassenheit gab. Inzwischen bin ich soweit, dass ich einfach gar keine Erwartungen mehr habe und wirklich mit allem (!) rechne. Mal sehen wie es weitergeht.

Zum Glück verstehe ich mich mit Konstantin so gut, wir sind praktisch immer gleicher Meinung, denken über das alles ganz genauso und ergänzen uns in vielerlei Hinsicht. Da bin ich echt sehr froh drum!!

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Di

30

Jul

2013

Mein geliebtes Fahrrad †

Hey meine Lieben,

 

Ich bin heute mit dem Fahrrad - meinem über alles geliebten Fahrrad - nach Landshut gefahren um dort noch wichtige Einkäufe für Tansania zu machen.

Dazu gehören Unmengen von Kosmetik, denn Shampoo, Deo oder Zahnpasta müssen wir für das gesamte Jahr mitnehmen, da es dies dort nicht zu kaufen gibt (wie viel Duschgel braucht ihr denn in einem Jahr?). Equipement wie Moskitonetz, Wimmerl und Brusttasche, zwei leichte, helle (denn auf dunkle Farben gehen u.A. die Tse-Tse-Fliegen), kniebedeckte Hosen und noch Landkarte und Reiseführer.

Siegessicher ging ich zurück zu den Fahrradständern hinter Karstadt und war völlig perplex: ES WAR WEG! GEKLAUT! -.-

Mein doppelt abgeschlossenes (!) Fahrrad wurde am hellichten Tag gestohlen, obwohl ich es dort bloß 2h stehen hatte und zudem etliche Leute vorbeigehen, die es gesehen haben müssten.

Jeder der mich kennt weiß, dass mein Fahrrad neben seinem tatsächlichen Wert noch einen viel größeren persönlichen Wert für mich hat. Ich habe es geliebt.... fast jeden Tag haben wir gemeinsam verbracht... ;-)

Da geh' ich in einer Woche nach Afrika, darauf eingestellt, dass es dort viele Diebstähle gibt und dann wird mir in Landshut mein Rad geklaut...

NEIN, NEIN, NEIN, es tut soo weh :-(

Vermutlich wird auch die Polizei nicht viel tun können...

Kein schöner Tag heute

 

Liebste Grüße,

Sophia

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Fr

26

Jul

2013

Bald ist es soweit...

Habari za mchana, guten Tag!

 

Am 06. August geht es los...Mit dem Auto zum Flughafen Frankfurt, dann mit dem Flugzeug über Dubai nach Daressalam, von da aus mit dem Bus etwa 30h nach Bukoba und dann in unser bescheidenes Dorf Missenyi.

Ob ich aufgeregt bin? - Nein, komischerweise überhaupt nicht.

Wem ich das zu verdanken habe? - Dem ASC Göttingen, meiner Entsendeorganisation (nicht um die Ecke, doch sie haben mich auf andere Art und Weise überzeugt!!).

Bevor es nämlich ins Ausland geht, durften wir an drei Vorbereitungsseminaren teilnehmen, diese waren bunt gemischt aus Theorie und Praxis. Egal ob Zuhören, Nachdenken und -fragen (!), Spiele (mit erstaunlicher Wirkung), Sport, uvm. auf dem Plan stand, alles war wichtig und Teil davon, dass ich mich jetzt so fühle, - bereit.

Sicherlich wird alles anders sein, als ich es mir erdenke, doch ich habe das Werkzeug bekommen, um mich zurechtzufinden, Situationen zu meistern, fühle mich sicher und unterstützt! Das schonmal als RIESEN-LOB an den ASC!!!

Momentan habe ich noch viel Organisatorisches um die Ohren. Da sind z.B. medizinische Angelegenheiten, wie diverse Impfungen, etliche Einkäufe, die mich für Tansania rüsten sollen und auch die Erstellung dieses Blogs. Auch habe ich mich mit vielen Menschen in Verbindung gesetzt, die bereits Erfahrungen in Tansania gemacht haben und mir so viele Tipps mit auf den Weg geben konnten.

Eine große Aufgabe ist auch das Spendensammeln und über mein Projekt zu informieren. Hierbei schonmal vielen Dank an die Leute, die sich an meiner Spendenorganisation beteiligt haben, Interesse zeigen und merken das unsere Arbeit als Freiwillige durchaus sinnvoll ist!

Immer wenn ich an das Jahr in Tansania denke, ist mein Kopf voller Ideen, Visionen und Ziele, die ich erreichen möchte... Ich bin gespannt und guter Dinge, denn ich habe tolle Pläne, die ich gerne umsetzen möchte... egal wie sich diese auch ändern mögen, wenn ich denn dann mal vor Ort bin.

 

Liebste Grüße, Sophia

...mal sehen wo mein Weg mich hinführt

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